Der Synagogenverein Drensteinfurt trauert um Dr. Sabine Omland, die am Donnerstag im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Drensteinfurt hat eine Frau verloren, die sich über Jahrzehnte mit großer Beharrlichkeit, wissenschaftlicher Akribie, natürlichem Durchsetzungsvermögen, außergewöhnlichem Engagement und persönlicher Überzeugung für die Erinnerung an jüdisches Leben in Drensteinfurt eingesetzt hat. Ihr Wirken war geprägt von der tiefen Überzeugung, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten darf und dass Erinnerung eine bleibende Aufgabe für Gegenwart und Zukunft ist. Als Lehrerin war es ihr ein Anliegen, insbesondere Kinder und Jugendliche in die Erinnerungskultur einzubeziehen.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Kurt Omland widmete sie sich mit viel Herzblut und auf liebenswerte Art über vier Jahrzehnte der Geschichte und dem Erhalt der ehemaligen Synagoge in Drensteinfurt. Was einst vom Abriss bedroht war, sollte dank des Engagements von Bürgerinnen und Bürger zu einem lebendigen Ort der Erinnerung, der Begegnung und der Bildung werden. Drs. Sabine und Kurt Omland gehörten zu den Persönlichkeiten, die – neben wenigen anderen Aktiven – diesen Weg maßgeblich mitgestalteten und sich gegen Vorbehalte und Widerstände in der Stadtgesellschaft behaupteten.
Nach der Gründung des Fördervereins Ehemalige Synagoge Drensteinfurt im Jahr 1990 unterstützten sie mit großem Einsatz die Entwicklung und Umsetzung eines tragfähigen Nutzungskonzepts. Die Wiedereröffnung der behutsam restaurierten Synagoge am 9. November 1992 war ein bedeutender Meilenstein dieser gemeinsamen Arbeit. Seither ist das Gebäude ein besonderer Ort im kulturellen Leben der Stadt. Mit ihrem Buch „Zur Geschichte der Juden in Drensteinfurt“ hat die Verstorbene die Grundlagen für die heutige und künftige Arbeit des Synagogenvereins geschaffen.
Für ihr herausragendes Engagement wurde Sabine Omland 2014 mit dem Ehrenring der Stadt Drensteinfurt ausgezeichnet. Eine weitere Würdigung ihres jahrzehntelangen Einsatzes erfolgte 2021, als sich das Ehepaar im Goldenen Buch der Stadt verewigen durfte.
„Dr. Sabine Omland hat Spuren hinterlassen – in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der NS-Zeit, in der Erinnerungskultur Drensteinfurts und vor allem an einem Ort, dessen Erhalt und Bedeutung ihr so sehr am Herzen lagen. Ihr Einsatz hat dazu beigetragen, dass die Geschichte der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht vergessen wird und dass die ehemalige Synagoge bis heute ein lebendiger Ort des Erinnerns und des Lernens ist. Ihr Wirken mahnt uns, die Erinnerung wachzuhalten und Verantwortung für die Geschichte zu übernehmen. Dafür gebührt ihr großer Dank und bleibende Anerkennung. Wir werden Dr. Sabine Omland in dankbarer Erinnerung behalten“, erklärt Synagogenvereinsvorsitzender Robert Vornholt.
