Der Synagogenverein Drensteinfurt lädt vor dem Hintergrund der Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen am Mittwoch, 30. September, ab 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Kundgebung auf den Marktplatz. Hauptredner bei der Veranstaltung ist Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Er spricht zum Thema „Die Demokratie verteidigen – gegen Antisemitismus, Extremismus und Rassismus“. Die gesamte Veranstaltung trägt den Titel „Lichter für Demokratie III“. Damit soll die Kontinuität zu den beiden vorherigen erfolgreichen Kundgebungen gegen Extremismus im vergangenen Jahr deutlich gemacht werden. Die Bürgerinnen und Bürger werden wieder aufgefordert, eine Kerze mitzubringen, um damit ein Zeichen gegen Extremismus zu setzen.

Zur Demonstration für die Demokratie erklärt Minister Laumann: „Die jüngsten Wahlen sind ein tiefer Einschnitt für unser Land, der uns allen zu denken geben muss. Die Ergebnisse zeigen: Wir brauchen Reformen in unserem Land. Aber wir müssen die Reformen so machen, dass sie für die Menschen im Alltag passen. Wir müssen sicherstellen, dass die Veränderungen sozial ausgewogen und gerecht sind. Hier ist vor allem die Politik in der Pflicht. Die Ergebnisse zeigen aber leider auch, dass die Extreme zunehmen – sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite. Hier sind wir alle als Bürgerinnen und Bürger gefordert, die richtigen Signale zu setzen. In unserem Land ist kein Platz für Hetze und Spaltung, kein Platz für Antisemitismus, Extremismus und Rassismus. Als Demokraten kämpfen wir für Frieden, Freiheit und Wohlstand. Ich bin froh, dass der Synagogenverein Drensteinfurt mit den ‚Lichtern für Demokratie‘ hier so ein deutliches Zeichen setzen will. Dazu will ich gerne meinen Beitrag leisten.“
Synagogenvereinsvorsitzender Robert Vornholt ergänzt: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Gefahren, die gerade vom Rechtsradikalismus ausgehen, oftmals unterschätzt wurden und werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Mehrheit der Gesellschaft früh genug deutlich macht, dass die allmähliche Abschaffung der Demokratie nicht widerstandslos hingenommen. Deshalb rufen wir alle Drensteinfurterinnen und Drensteinfurter dazu auf, ein starkes Zeichen zu setzen und sich darüber hinaus im Alltag für unsere gemeinsamen Werte einzusetzen.“
Nach der Begrüßung durch den Synagogenvereinsvorsitzenden spricht Bürgermeister Markus Wiewel ein Grußwort. Dazu das Stadtoberhaupt Drensteinfurts: „Wir sind in Drensteinfurt stolz auf unsere bunte Stadtgesellschaft, die mit ihrer Teilnahme an den bisherigen Veranstaltungen „Lichter für Demokratie“ deutlich zum Ausdruck gebracht hat, dass wir ein Erstarken radikaler Parteien verhindern wollen. Auch wenn die letzten Wahlen leider eine deutlich andere Tendenz zeigen, müssen wir hier vor Ort weiterhin für unsere demokratischen Grundwerte einstehen und das gemeinsam öffentlich zum Ausdruck bringen. Ich würde mich daher freuen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung des Synagogenvereins Drensteinfurt zu „Lichter für Demokratie III“ folgen würden.“