Öffentliches Symposium zum Thema Westfälische Landsynagogen / Synagogenverein Mitveranstalter
Drensteinfurt. Westfälische Landsynagogen standen im Mittelpunkt des Symposiums, das jetzt im Rahmen des Festivals „Musik und Kultur der Synagoge“ in Drensteinfurt angeboten wurde. Veranstalter waren die Evangelische Stadtakademie Bochum und der Synagogenverein Drensteinfurt. Etwa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Westfalen widmeten sich den ehemaligen jüdischen Bethäusern, wobei es neben der Bestandsaufnahme und exemplarischen Einzeldarstellungen darum ging, wie die Gedenkorte genutzt und für Interessierte attraktiv präsentiert werden können.
Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Synagogenvereins-Vorsitzender Robert Vornholt die Gäste und erklärte: „Unser Thema führt uns an Orte, die oft unscheinbar erscheinen, die aber eine große historische und kulturelle Bedeutung besitzen. Landsynagogen waren vielfach über Jahrhunderte Mittelpunkt jüdischen Lebens in vielen Städten und Gemeinden Westfalens. Sie erzählen von einem selbstverständlichen Miteinander, aber ebenso von Ausgrenzung, Verfolgung und der Zerstörung jüdischen Lebens während der Zeit des Nationalsozialismus.“
Außerdem sagte Vornholt: „Erinnerung ist nicht nur Rückblick. Sie ist auch Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft. Die erhaltenen Synagogen und die Orte der zerstörten Gotteshäuser sind Mahnmale und zugleich Orte des Lernens und der Begegnung. 81 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gibt es nur noch ganz wenige Zeitzeugen, die über die Gräueltaten berichten können. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits aber auch eine große Chance, abseits von individueller Scham und Schuld historische Prozesse aufarbeiten und zukunftsorientiert auswerten zu können. Gedenkorte wie die ehemalige Synagoge und der jüdische Friedhof in Drensteinfurt sind historische Schätze, die auf eindrucksvolle Weise daran erinnern, wie wichtig Erinnerung, Toleranz und Verantwortung für unsere demokratische Gesellschaft sind. Diese Werte gilt es offensiv und selbstbewusst zu verteidigen, denn die Gefahren durch extremistische Gruppierungen sind größer als je zuvor in der jüngeren Geschichte.“
Auch Drensteinfurts Bürgermeister Markus Wiewel betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der ehemaligen Synagogen, weil sie auf anschauliche Weise Geschichte konkret vermitteln könnten.

