Synagogenverein und Evangelische Stadtakademie Bochum laden zum öffentlichen Symposium/Beitrag zum Stadtjubiläum
Drensteinfurt. Kostbarkeiten des jüdischen Kulturerbes in Westfalen stehen im Mittelpunkt eines öffentlichen Symposiums, zu dem die Evangelische Stadtakademie Bochum und der Synagogenverein Drensteinfurt einladen. Am 2. Juli, Donnerstag, werden in Drensteinfurt im Rahmen des „6. Festivals Musik und Kultur der Synagoge“ unter dem Titel „Westfälische Landsynagogen“ ausgewählte ehemalige jüdische Bethäuser vorgestellt, ihre heutigen Nutzungen als Erinnerungsorte präsentiert und neue Möglichkeiten der Vermittlung historischer Zusammenhänge diskutiert.
Festivalleiter Dr. Manfred Keller erläutert: „In diesem Jahr laden wir zum ,Öffentlichen Symposion‘ nicht nur jene Menschen ein, die sich mit großem Engagement der Erhaltung und Pflege der ehemaligen jüdischen Gotteshäuser widmen. Willkommen sind auch alle, die an der Entstehung, dem wandlungsreichen Schicksal und der heutigen Nutzung der Gebäude interessiert sind.“
Drensteinfurts Synagogenvereinsvorsitzender Robert Vornholt weist darauf hin, dass das Symposium auch ein Beitrag des Vereins zum Stadtjubiläum 1175 Jahre Drensteinfurt ist. „Unser wichtigstes Ziel ist es, Erinnerungskultur möglichst konkret erfahrbar zu machen und Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen“, betont Vornholt und unterstreicht damit, dass das Symposium eine besondere Bedeutung für den Verein hat. Vornholt freut sich, dass Bürgermeister Markus Wiewel ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Orten, in denen es Gedenkorte gibt – richten wird.
Zur Erläuterung: Nur zwei Dutzend von etwa 180 Synagogen in Westfalen haben die Shoa und die Nachkriegszeit überstanden. Bereits im Jahr 2021 hatte das Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ auf diese besonderen Zeugen des Landjudentums hingewiesen. In ihnen spiegeln sich die besonderen Bedingungen, unter denen der jüdischen Minderheit die Ausübung ihres Gottesdienstes in Dörfern und Kleinstädten häufig „nur im Verborgenen“ gestattet war.
Tagungsort ist Drensteinfurt, wo die vor 154 Jahren gebaute Synagoge weitgehend unbeschadet erhalten geblieben ist. Die Veranstaltung findet wegen des begrenzten Platzangebots der Synagoge im Bürgerhaus „Alte Post“ statt – in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.
Die Vorträge werden einerseits die Landsynagogen und ihre Geschichte im Überblick darstellen und anderseits die Verlustgeschichte dieser kostbaren Gebäude exemplarisch aufzeigen. Weitere Beiträge machen auf besondere Weise mit einer der ältesten und einer der jüngsten Landsynagogen Westfalens bekannt: Mit der „Alten Synagoge Telgte“ als Quellort jüdischen Lebens in einer münsterländischen Kleinstadt und mit dem „Wachküssen“ von „Haus Lebenstein“ in Gronau-Epe.
Die Teilnahme am öffentlichen Symposium ist kostenlos, um eine Anmeldung bis zum 30. Juni an eine der folgenden Adressen wird gebeten:
office.stadtakademie@ekvw.de oder info@synagogenverein.de
Das diesjährige 6. Festival widmet sich der jüdischen Chormusik. Neben dem Symposium präsentieren Konzerte, Vorträge und Exkursionen die Vielfalt dieses jüdischen Kulturerbes.
Das vollständige Programm findet sich im Internet unter www.stadtakademie.de.
