7.6.2026: Festival „Musik & Kultur der Synagoge“

Drensteinfurt gehört zu den ausgewählten Orten, an denen Veranstaltungen im Rahmen des renommierten „6. Festivals Musik & Kultur der Synagoge“ stattfinden. Die Schauspielerin und Sprecherin Cornelia Schönwald liest am 7. Juni, Sonntag, ab 14 Uhr in der ehemaligen Synagoge aus den Werken der bekannten, in Paderborn geborenen Autorin Jenny Aloni; drei Stunden später beginnt in der St.-Regina-Kirche ein Konzert unter dem Titel „Mir leben eibig. Jüdische Musik von gestern und heute“. Dritter Baustein des Veranstaltungsreigens ist um 15.30 Uhr eine Führung in der ehemaligen Synagoge. Bettina Reher, stellvertretende Vorsitzende des Synagogenvereins Drensteinfurt, berichtet dann über ehemaliges Leben von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

„Der Synagogenverein Drensteinfurt setzt mit den Veranstaltungen ein Zeichen gegen Antisemitismus und leistet zugleich einen Beitrag zum Stadtjubiläum 1175 Jahre Drensteinfurt. Es wäre schön, wenn viele Bürgerinnen und Bürger die außergewöhnlichen Angebote nutzen würden“, lädt Synagogenvereins-Vorsitzender Robert Vornholt zur Teilnahme ein. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Deckung der Kosten des Festivals wird gebeten.

Festivalleiter Dr. Manfred Keller erläuterte jüngst zur Eröffnung des Festivals in Bochum, dass nur noch gut 20 von früher einmal 200 Synagogen in Westfalen, die den Nazi-Terror und die Geschichtsvergessenheit der Nachkriegszeit überstanden hätten, erhalten geblieben seien. In acht der ehemaligen jüdischen Gebetshäuser, die jetzt – wie in Drensteinfurt – als Erinnerungsorte genutzt werden, werden in den kommenden Wochen Lesungen, Führungen und Chorkonzerte stattfinden. Keller lädt dazu ein, „jüdisches Landleben von einer ganz neuen Seite“ erleben zu können.

Keller erklärte zudem: „Es ist unsere Erfahrung in Bochum, die Erfahrung eines jahrzehntelangen Engagements in der Erinnerungskultur, dass wir dem Antisemitismus ein Stückweit den Boden schon dadurch entziehen, wenn wir jüdisches Leben sichtbar machen und an jüdische Geschichte öffentlich und in großer Offenheit erinnern: Nicht in gedrückter Stimmung, nicht anklagend! Sondern: wach und engagiert, neugierig und mit Freude an jüdischer Kultur.“

Das Festival

Das Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ wurde im Jahr 2008 in Bochum ins Leben gerufen. Weitergeführt in den Jahren 2010 und 2012/2013, folgten nach einer mehrjährigen Pause das westfalenweite Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ und 2024 die 5. Ausgabe zum Leben und Werk des Bochumer Kantors Erich Mendel (1902-1988).

Das diesjährige 6. Festival unter dem Dach der Evangelischen Stadtakademie Bochum widmet sich der jüdischen Chormusik. Konzerte, Vorträge, Exkursionen und ein Symposium präsentieren die Vielfalt dieses jüdischen Kulturerbes.

Finanziell unterstützt wird das Festival von der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur sowie vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, vom Förderverein Synagoge Bochum-Herne-Hattingen, dem Kulturbüro der Stadt Bochum, der Evangelischen Kirche von Westfalen und weiteren Partnern.

Leiter des Festivals ist der Bochumer Theologe und frühere Leiter der Evangelischen Stadtakademie Bochum, Dr. Manfred Keller.

Das vollständige Programm findet sich im Internet unter www.stadtakademie.de